Förderkreis Hasefriedhof - Johannisfriedhof e.V.

Berichte

Jubiläumsfeier zum 200 jährigen Bestehen der historischen Friedhöfe am 26.9.2008

Die Wege zur Kapelle waren gesäumt von Kerzenlicht. Ein feierlicher Anblick zu einem besonderen Jubiläum: "200 Jahre Hase- und Johannisfriedhof".

Eindrucksvoll präsentierte sich auch die Kapelle auf dem Hasefriedhof. Das Blumengeschäft Kersten hatte anlässlich der Feier mit eindrucksvollen Blumenarrangements den festlichen Rahmen geschaffen.

Als die Kapelle bis auf den letzten Platz gefüllt war, eröffnete das A-Capella-Ensemble Bon Timbre die Veranstaltung mit kirchlichen Gesängen aus den letzten 2 Jahrhunderten.

Wolfgang Griesert, Vorstand für Städtebau, Grün und Umwelt, begrüßte die zahlreichen Besucher mit einem Gedicht und stellte die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte in einem kurzen geschichtlichen Abriss dar.

Im Anschluss erklärte Matthias Rinn, Vorsitzender der Förderkreises, die Aufgaben des Vereins, die er im wesentlichen auf drei Aspekte beschränkte:

Bürgermeister Burkhard Jasper schöpfte zunächst aus dem Fundus seiner eigenen Kindheits- und Jugenderlebnisse und machte im Anschluss deutlich, welche Bedeutung den Friedhöfen für die Menschen: als Ort der Ruhe, der Verabschiedung, der Verarbeitung, aber auch als Orte der Geschichte zukommen.

Im Wandel der Bestattungskultur sollte der Tod nicht verdrängt, sondern in das Leben mit einbezogen werden.

Nichtzuletzt sprach er sich für die Wiederaktivierung oder zumindest Teilaktivierung des Hasefriedhofs aus. Anschließend überreichte Burkhard Jasper dem Förderkreis einen Scheck, mit der er die Arbeit des Vereins unterstützen wolle.

Auch Bon Timbre empfand die Veranstaltung als Herausforderung und bereicherte den Abend mit Gesangstücken, die sich von Madrigalen bis in die Jetztzeit erstreckten.

Antje Busch-Sperveslage, Dozentin im Fachbereich Kunst, vermittelte danach anhand von Bildern eine gedankliche Reise von der Entstehung der Friedhöfe bis heute.

Sie ging auf die künstlerische Entwicklung von Grabmalen und Grabsteinen ein, erklärte Zusammenhänge, wies auf geschichtliche Vorbilder hin.

Viele Grabsteine zieren Bilder und Symbole, die zu ihrer Zeit von allen verstanden wurden. Diese auch heute noch dechiffrieren zu können, ist ein wesentlicher Aspekt der Denkmalpflege und beinhaltet das Bewahren und die Kenntnis der eigenen Kulturgeschichte. Aus Sicht der Denkmalpflege ist es wünschenswert, die Friedhöfe wieder ins Blickfeld zu rücken.

Mit einem Verweis auf das fehlende Grün in ihren Bildern leitete Antje Busch-Sperveslage charmant über zu Jens Beck, der sich als Landschaftsarchitekt, der Grünpflege und Gartengestaltung widmet.

Beck erklärte zunächst den Aufbau der einzelnen Abteilungen auf den historischen Friedhöfen und zeigte die Umgangswege und Wegekreuze sowie Eigenheiten der Archtiketur auf Grund geografischer Vorgaben.

Er wies daraufhin, dass die Pflanzen zu 90% nicht geplant worden sind. Die entstandenen Pflanzenensemble seien mit gezielter Planung nicht möglich gewesen.

Er schärfte den Blick für die Schönheit der Pflanzen, die sich mal quer, mal längs, mal buschig, mal kegelförmig entfalten konnten, begeisterte zudem für das kuriose Zusammenspiel von Bauform und Baumform.

Um diesen Charakter zu bewahren, ist hinsichtlich der Entwidmung der Friedhöfe 2015 ein Pflegeplan notwendig.

Er zeigte anhand von Negativ-Beispielen in Hannover, wie die Friedhöfe ohne Pflege und Neuanpflanzungen verarmen.

Eine Teilaktivierung und (künstlerisch, kulturelle) Nutzung der Friedhöfe seien sicherlich eine sinnvolle Maßnahme, dem Verfall und der Verarmung vorzubeugen.

Zum Abschluss wies Wolfgang Griesert daraufhin, dass erst im kommenden Jahr mit Ergebnissen und konkreten Planungsideen gerechnet werden könne.

Nach den Vorträgen gab es vor der Kapelle in nächtlicher, stimmungsvoller Atmosphäre bei Sekt und Kerzenschein Gelegenheit zu anregenden und vertiefenden Gesprächen.

Insgesamt zeigte nicht nur die große Anzahl der Besucher, sondern auch die steigende Mitgliederzahl und die große Spendenbereitschaft, dass die historischen Friedhöfe weiterhin im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen.

Bleibt zu hoffen, dass es nur ein Anfang war und weitere Aktivitäten folgen.

Sabine Witt

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1. Vorsitzender: Henning Sannemann
stellvertr. Vors.: Niels Biewer



Südstr. 50
49084 Osnabrück





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Aktualisiert am: 02.09.2009 um 11:56 Uhr
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