Förderkreis Hasefriedhof - Johannisfriedhof e.V.

Berichte

Führung über den Johannisfriedhof am 17.06.07

Der Steinmetz Werner Paetzke führte heute eine Schar Interessierter über den Johannisfriedhof.

Werner Paetzke

Während eines kurzweiligen Vortrags vermittelte er Wissenswertes über die verschiedenen Gesteinsarten unserer Region und insbesondere derer, die auf den historischen Friedhöfen Verwendung finden.

Er klärte darüber auf, dass nicht der Härtegrad eines Steines für den Witterungsbestand entscheidend ist, sondern u.a. der Mineralgehalt, die Quellfähigkeit des Steines. Aber es war nicht nur die Vermittlung von Wissen, sondern auch ein durchaus sinnliches Erlebnis, wenn Werner Paetzke seine Zuhörer aufforderte, "fühlen Sie doch einmal diesen Stein". Völlig unerwartet wurde da plötzlich der optische glatte Eindruck durch ein rauhes, splittriges Gefühl widerlegt.

Ebenfalls konnte man erfahren, in welcher Form überhaupt eine Restaurierung von Grabsteinen möglich ist. Anhand ausgesuchter Beispiele zeigte er Versuche früherer Restaurierungsmaßnahmen - gelungen wie missglückt. Kuriosestes Beispiel: ein Grabstein, an dem durch unterschiedliche Steinmetze versucht wurde, Schriften wiederherzustellen. Die eigenwilligen Versuche jedes einzelnen endeten in der Auslassung oder Veränderung nicht mehr erkennbarer Wörter, so dass am Ende neue Wortschöpfungen und Wortspiele dem Grabstein zugefügt wurden.

Nach heutigem Stand werden die Grabmäler "eingefroren": das heißt, es wird versucht ihren Charakter zu erhalten und zu konservieren. Unkenntliche Schriftzeichen und Symbole werden nicht mehr "nachgeschlagen" - jeder Versuch in dieser Richtung würde das Grabmal verfremden, bzw. einen neuen Charakter verleihen.

Ernst Kosche

Neben dem informativen wie unterhaltsamen Vortrag von Werner Paetzke, ging der Historiker Ernst Kosche auf Persönlichkeiten und kulturhstorische Umstände ein. So erklären sich eigenwillige Grabsteinformationen plötzlich wie von selbst aus kunsthistorischer Betrachtung. Für viele ein Aha-Effekt, den man durch die Zusammenführung von äußerer Form in geschichtliche Zusammenhänge erst richtig verstehen konnte. Selbst für Werner Paetzke bedeuteten die Ausführungen von Ernst Kosche "das Lüften eines Vorhangs".

Beiden Vortragenden ein herzliches Dankeschön für diesen interessanten Nachmittag. Ebenfalls danken wir für die große Spendenbereitschaft, so dass sicherlich in Kürze mit der Restaurierung einzelner Steine begonnen werden kann.

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Aktualisiert am: 02.09.2009 um 11:56 Uhr
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